Rückkehrer Wolf

Der Wolf ist zurück

Der Wolf war 150 Jahre lang in Deutschland ausgerottet. Damals galt er als Konkurrent der Jäger und wurde als Gefahr für Tierherden angesehen. 

Bei der Suche nach einem neuen Revier wandert der Wolf bis zu tausend Kilometer weit und breitet sich in Europa wieder aus. Aus Osteuropa ist er nach Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Thüringen und Bayern zurückgekehrt und vermehrt sich erfolgreich. Auch eine Einwanderung von Italien und Frankreich in die westlichen Bundesländer wie Rheinland-Pfalz findet vereinzelt statt.

Wölfe besiedeln in Europa die verschiedensten Lebensräume. Sie können in Naturlandschaften genauso leben wie in von Menschen geprägten Kulturlandschaften. Deshalb ist es auch nicht vorhersehbar, welche Lebensräume von Wölfen besiedelt werden.

In Rheinland-Pfalz wurden im Jahr 2019 mehrere Wölfe gesichtet, darunter auch eine Wolfsfamilie. Im August 2019 konnten im Naturpark Rhein-Westerwald Bilder mit einer Fotofalle im Wald aufgenommen werden, die eine Wölfin mit ihren fünf Jungen zeigt. In den Landkreisen Altenkirchen und Neuwied geht das Ministerium weiterhin von zwei sesshaften Fähen aus – den beiden einzigen residenten Wölfen, die bislang in Rheinland-Pfalz nachgewiesen sind. Die naheliegende Vermutung, dass es sich bei dem Muttertier der Wolfsfamilie um eine der beiden Wölfinnen handelt, kann anhand des Bildmaterials allerdings nicht bestätigt werden. Dazu ist eine DNA-Analyse notwendig, wofür Speichel- oder Kotspuren oder das Tier selbst gefunden werden müssen

      

Fotos: Günther Hahn

Von Naturschützern wird die Rückkehr des Wolfes als großer Erfolg gefeiert. Es gibt allerdings auch kritische Stimmen, Bedenken und teilweise eine große Verunsicherung, die ernst genommen werden müssen. Um ein künftiges konfliktarmes Zusammenleben zu gewährleisten, ist es wichtig, unterschiedliche Meinungen und Auffassungen zu thematisieren - ganz ohne Polemtik, Romantisierung oder Verteufelung!

Die zusammengetragenen sowie weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. 

Erscheinung

Der Wolf ist ein Vorfahre des Hundes und gehört dementsprechend auch zur Familie der Hundeartigen (Canidae). Meistens ist er deutlich größer als ein deutscher Schäferhund, allerdings schwanken Größe und Gewicht je nach Region. Die Wölfe in Mitteleuropa sind im Durchschnitt 30 bis 50 kg schwer, haben eine Schulterhöhe von 60-90 cm und eine Kopf-/Rumpflänge von 100 bis 140 cm, wobei darauf geachtet werden muss, dass die weiblichen Tiere (Fähen) erfahrungsgemäß ca. 20% kleiner und leichter sind als Rüden.

Neben der Größe schwankt auch die Fellfarbe je nach Klimazonen. In unseren Breiten hat das Fell meist eine graubraune Grundfarbe mit gelblichen und dunklen Farbstichen. Während die Schnauze und die Kehle heller gefärbt sind, haben Schultersattel, Rücken und meist die Schwanzspitze und Vorderseite der Beine eine dunkle Färbung.

Vom Erscheinungsbild sind sie im Vergleich zu Schäferhunden meist hochbeiniger, kräftiger und die Rückenlinie verläuft gerade. Markant sind der kräftige Hals, der breite Kopf mit dreieckigen, eher kleinen und aufrecht stehenden Ohren, der starke Brustkorb und der gerade, herabhängende buschige Schwanz (zw. 30-70cm).

Wölfe werden in der freien Wildbahn ca. 10 bis 13 Jahre alt, wobei eine hohe Sterblichkeit innerhalb der ersten beiden Lebensjahre besteht.

Jagdverhalten

Wölfe sind an die Jagd auf Schalenwild angepasst. In Mitteleuropa ernähren sie sich hauptsächlich von Rehen, Rothirschen und Wildschweinen, örtlich auch von Damhirschen und Mufflons.
Wölfe jagen und töten die Tiere, die sie am leichtesten erbeuten können. Das sind neben alten und kranken Tieren vor allem Jungtiere. Als Hetzjäger und Opportunist reißt er bei jeder günstigen Gelegenheit. Da in freier Wildbahn Jagderfolge oft ausbleiben, die Jagd sehr aufwendig ist und Wölfe über längere Zeit hungern müssen, ist dieses Verhalten sinnvoll (Vorratshaltung). Dies führt u.a. auch dazu, dass Wölfe häufig mehr Haustiere (z.B. eingezäunte Schafe) reißen, als sie fressen können.

Bei starker Beunruhigung durch den Menschen ist der Wolf überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und legt regelmäßig weite Strecken zurück (mehr als 20 km pro Nacht). Er ist ein Ausdauerläufer und kann kurzfristig Geschwindigkeiten von über 50 km/h erreichen, zudem ist er ein recht guter Schwimmer.

Grundsätzlich ist die Angst vor Wölfen nicht begründet. Zum einen gehört der Mensch nicht in das Beuteschema des Wolfs, zum anderen ist er von Natur aus scheu und meidet den Menschen. Wölfe sind Wildtiere und sollten auch so behandelt werden. Aufgrund ihrer besonders guten Sinne bemerken sie den Menschen frühzeitig und suchen das Weite. So lässt sich auch erklären, dass Wölfe über Jahre nicht bemerkt werden. So wurde der 2012 im Westerwald erschossene Wolf über ein Jahr zuvor bei Gießen von einem PKW angefahren, zwischenzeitlich allerdings nirgends gesichtet.

Einen Wolf zu Gesicht zu bekommen ist daher immer eine besondere Begegnung. 

Wichtig sind dabei folgende Verhaltensregeln:

  • Ruhig verhalten und stehen bleiben.
  • Nicht auf den Wolf zugehen, aber auch nicht weglaufen.
  • Um den Abstand zu vergrößern können Sie sich langsam zurückziehen.
  • Im Normalfall zieht sich der Wolf von selbst zurück, falls nicht machen Sie sich durch Rufe, starkes Gestikulieren und Klatschen, bemerkbar.
  • Hundehalter sollten in Wolfsgebieten ihren Hund an der Leine halten. Bei einem Zusammentreffen mit dem Wolf die Leine möglichst kurz halten.
  • Wenn Sie einen Wolf gesehen haben, bitte melden Sie die Sichtung mit möglichst genauer Ortsangabe an die zentrale Hotline 06306 911199
  • Für Jogger, Pilzesammler, Kletterer, Mountain-Biker gilt dasselbe!

Insbesondere junge wölfe sind - wie auch andere junge Wildtiere - bei ihren ersten Begegnungen mit Menschen mitunter neugierig. Sie lassen sich aber wie oben beschrieben leicht verscheuchen.

Man sollte allerdings wissen, dass sich der Wolf an den Menschen gewöhnen kann. Daher ist es auch gesetzlich verboten, ihn zu füttern, um eine Prägung auf den Menschen zu vermeiden.

Die zusammengetragenen sowie weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. 

Pressemitteilungen

BMU, 12.03.2020

Mehr Rechtssicherheit im Umgang mit dem Wolf

Neue Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz treten in Kraft

Am 13. März wird eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes in Kraft treten, die mehr Rechtssicherheit im Umgang mit dem Wolf schafft. Im Wesentlichen klären die Änderungen, in welchen Ausnahmefällen es zulässig ist, einen Wolf zu töten und wie mit Wolf-Hund-Hybriden umzugehen ist. Zugleich bleibt der Wolf eine streng geschützte Art. Wichtigste Präventionsmaßnahme gegen Nutztierrisse ist der Herdenschutz, für den der Bund bereits verschiedene Maßnahmen getroffen hat.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Mit der Neuregelung gehen wir angemessen auf die Interessen der Weidetierhaltung ein. Entscheidend ist und bleibt aber, wie gut Weidetiere vor Wolfsübergriffen geschützt sind. Ein guter und flächendeckender Herdenschutz ist die wichtigste Präventionsmaßnahme, denn nur so lassen sich Nutztierrisse in Wolfsgebieten effektiv verhindern.“ Der Bund hat daher bereits verschiedene Maßnahmen getroffen, um die Förderung von Schutzmaßnahmen mit Herdenschutzhunden und -zäunen zu verbessern.

Um bei einer Rückkehr des Wolfs die Interessen der Weidetierhaltung und die Erreichung eines günstigen Erhaltungszustands der streng geschützten Tierart in einen angemessenen Ausgleich zu bringen, ist ein gemeinsamer und lösungsorientierter Dialog mit den Weidetierhalterinnen und Weidetierhaltern, dem Naturschutz und der Jägerschaft notwendig. Dieser Dialog wird intensiv weitergeführt.

Die neue gesetzliche Regelung erhöht die Rechtssicherheit für die zuständigen Behörden, wenn es im Einzelfall notwendig ist, einen Wolf zu töten. Voraussetzung ist, dass trotz Herdenschutzmaßnahmen ernste wirtschaftliche Schäden drohen. Zudem wird eine Regelung für den Fall getroffen, dass sich Nutztierrisse keinem bestimmten Wolf eines Rudels zuordnen lassen oder sich dieser im Gelände nicht mit hinreichender Sicherheit von anderen Wölfen unterscheiden lässt. In diesen Fällen kann – sofern es keine andere zumutbare Alternative gibt – der Abschuss von einzelnen Rudelmitgliedern erfolgen, bis die Nutztierrisse aufhören. Voraussetzung ist in jedem Fall eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der zuständigen Behörde.

Als weitere Neuerung ist gemäß der Empfehlung internationaler Artenschutzübereinkommen vorgesehen, dass nachgewiesene Wolf-Hund-Hybriden durch die zuständigen Behörden zu entnehmen sind. Das Gesetz erkennt zudem die wichtige Rolle der Jägerinnen und Jäger bei behördlich angeordneten Abschüssen an und trifft Regelungen zu deren freiwilliger Mitwirkung. Um eine Gewöhnung von Wölfen an den Menschen von vornherein zu vermeiden, wird zudem das Füttern und Anlocken wildlebender Wölfe ausdrücklich verboten und als Ordnungswidrigkeit geahndet.

Den Text zu den Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz finden Sie unter folgendem Link:
www.bmu.de/GE865 

Der Wolf im Naturpark Rhein-Westerwald

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